Die ehrlichen Kosten
| Posten | Monatlich |
|---|---|
| Betreuungskraft (Entsendemodell, je nach Deutschkenntnissen & Erfahrung) | 2.500–4.000 € |
| Unterkunft & Verpflegung (eigenes Zimmer nötig) | ~200–300 € |
| ggf. ambulanter Pflegedienst für medizinische Leistungen | über Sachleistungen abgedeckt |
Was die Kasse und der Staat dazugeben
- Pflegegeld: 347–990 €/Monat (je Pflegegrad) – frei einsetzbar, also auch hierfür. Tabelle
- Verhinderungspflege: bis 3.539 €/Jahr – z. B. für die Vertretung, wenn die Betreuungskraft Urlaub hat oder wechselt. Restbudget prüfen
- Steuerbonus § 35a EStG: 20 % der Kosten, bis zu 4.000 €/Jahr direkt von der Steuerschuld abziehbar
- Entlastungsbetrag: 131 €/Monat zusätzlich – für ergänzende Alltagshilfe. Details
Realistische Netto-Rechnung (Pflegegrad 4): 3.200 € Kosten − 800 € Pflegegeld
− ~295 € Verhinderungspflege (3.539 €/12) − ~333 € Steuerbonus (4.000 €/12) ≈
1.770 € echter Eigenanteil – oft weniger als der Eigenanteil im Heim.
Die 3 Modelle im Vergleich
| Modell | Wie es läuft | Worauf achten |
|---|---|---|
| Entsendung (Standard) | Agentur vermittelt Kraft aus Osteuropa, angestellt beim ausländischen Unternehmen | A1-Bescheinigung verlangen, Vertragsdetails prüfen, Wechselintervalle klären |
| Arbeitgeber-Modell | Familie stellt die Kraft selbst an | rechtssicher, aber Lohnbuchhaltung & Arbeitsrecht liegen bei Ihnen |
| Selbstständige Kraft | Direktvertrag mit selbstständiger Betreuungskraft | Risiko Scheinselbstständigkeit – im Zweifel teuer für die Familie |
Seriösen Anbieter finden: die Checkliste
- Werden A1-Bescheinigung und Arbeitsvertrag offen vorgelegt?
- Gibt es einen deutschen Vertragspartner mit Impressum und erreichbarem Support?
- Sind Ersatz bei Ausfall und Wechsel der Kraft vertraglich geregelt?
- Werden Deutschkenntnisse ehrlich eingestuft (Preisunterschiede sind hier normal)?
- Keine Vorkasse über den ersten Monat hinaus, faire Kündigungsfristen (≤ 4 Wochen)?
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Alternativen zur 24-Stunden-Pflege
- Kurzzeitpflege – zur Überbrückung oder als Test
- Tagespflege – eigenes Budget bis 2.085 €/Monat, entlastet tagsüber
- Kombination Pflegedienst + Alltagshilfe + Familie – oft günstiger bei PG 2–3
Häufige Fragen zur 24-Stunden-Pflege
Was kostet eine 24-Stunden-Pflege zu Hause?
Je nach Modell und Qualifikation meist 2.500 bis 4.000 € pro Monat (Betreuungskraft, die im Haushalt wohnt). Deutlich günstiger als ein Pflegeheim-Einzelzimmer in vielen Regionen – aber die Pflegekasse zahlt nur Zuschüsse, keinen Vollpreis.
Zahlt die Pflegekasse die 24-Stunden-Betreuung?
Teilweise: Das Pflegegeld (347–990 €/Monat je nach Pflegegrad) kann frei dafür eingesetzt werden, dazu die Verhinderungspflege (bis 3.539 €/Jahr) für Urlaubsvertretungen der Betreuungskraft. Zusätzlich sind bis zu 4.000 €/Jahr als haushaltsnahe Dienstleistung von der Steuer absetzbar (§ 35a EStG).
Ist „24-Stunden-Pflege" wirklich rund um die Uhr?
Nein – der Begriff ist irreführend. Die Betreuungskraft lebt im Haushalt und hilft tagsüber; Arbeitszeitrecht begrenzt die aktive Arbeitszeit. Für medizinische Pflege (Wunden, Spritzen) braucht es zusätzlich einen ambulanten Pflegedienst.
Welche Modelle gibt es – und welches ist seriös?
Drei Modelle: Entsendung über eine Agentur (am häufigsten, A1-Bescheinigung prüfen!), Anstellung als Arbeitgeber (aufwendig, aber am rechtssichersten) und selbstständige Betreuungskräfte (Vorsicht: Scheinselbstständigkeits-Risiko). Seriöse Vermittler legen Verträge, Versicherungen und die A1-Bescheinigung offen.
Ab welchem Pflegegrad lohnt sich die 24-Stunden-Betreuung?
Typisch ab Pflegegrad 3–4, wenn Alleinlassen nicht mehr sicher ist, die Familie aber einen Heimumzug vermeiden will. Bei Pflegegrad 5 ist sie oft die einzige häusliche Alternative zum Heim.
Quellen
- Rechtsgrundlage: §§ 36, 37, 39 SGB XI · § 35a EStG — alle Beträge nach der Pflegereform (PUEG) für 2026 geprüft
- Bundesministerium für Gesundheit – Pflegeleistungen
- Gesetzestext im Wortlaut (gesetze-im-internet.de)